Montag, 15.05.2006
Chikungunya: Mögliche Risiken für Europa
Die meisten Inhalte der Artikel aus dem aktuellen Eurosurveillance weekly dürften den regelmässigen Lesern dieses Blogs bekannt sein. Interessant könnten -> die aktuellen Daten über die den Ausbruch an -> Chikungunya Infektionen im pazifischen Raum sein.
Demnach sind auf der kleinen Insel Reunion seit März 2005 255.000 Erkrankungsfälle aufgetreten. Auch in Indien sind seit Dezember 2005 über 100.000 Fälle aufgetreten.
Freitag, 12.05.2006
Liebe Eltern schützt Eure Kinder !
Persönliche Anwürfe bringen nicht, klar. Dennoch. Eltern die ihre Kinder nicht gegen Masern (oder auch andere Erkrankungen) impfen lassen, sollten wissen, was sie da anrichten können.
-> Die neuesten Zahlen zum Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen finden sich aktuell beim Robert Koch Institut. Über 1000 Kinder (insbesondere die Altergruppen zwischen 5 und 19 Jahren) sind mittlerweile betroffen, davon sind die allermeisten nie geimpft worden.
Donnerstag, 11.05.2006
Reiseassoziierte Legionelleninfektionen
-> Der Bericht der European Working Group for Legionella Infections (EWGLI) über die reiseassoziierten Legionelleninfektionen für das Jahr 2004 ist fertig. Die Arbeitsgruppe vereint Zentren aus fast ganz Europa (nur einige Staaten des Balkans und der ehemaligen UDSSR fehlen ). Diesen Zentren werden Verdachtsfälle auf reiseassoziierten Infektionen gemeldet. Diese werden überprüft und mit Meldungen aus anderen Staaten verglichen (Denn Hotels werden ja nicht von Reisenden nur eines Landes besucht). Wenn sich der Verdacht ergibt, das eine bestimmte Herberge Quelle einer Infektion war, wird diese und die Behörden des Landes informiert. Es wird auch überprüft, ob die jeweiligen Herbergen Maßnahmen getroffen haben.
Mittwoch, 10.05.2006
Feinstaub aus Holzöfen
Es ist beileibe kein mikrobiologischen Thema. Doch hochinteressant ist es allemal und ein Hygieneproblem zudem. Die Rede ist vom Feinstaub der beim Abbrand von Holz im Kamin entsteht. In Folge der steigenden Ölpreise versuchen viele Haushalte vermehrt Holz als Brennstoffquelle einzusetzen, ein gutes Gewissen scheint gesichert, ist Holz in Gegensatz zu den fossilen Brennstoffen kohlendioxidneutral. Ein -> aktueller Ratgeber des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt, dass das Thema schwieriger ist, als gedacht.
Das Problem: Bei der Verbrennung von Holz entsteht eine große Menge an Feinstaub. Der gleiche Feinstaub dessen Emissionen durch Dieselfahrzeuge zur Einführung der Rußfilter geführt hat.
Dienstag, 09.05.2006
Die Infektionsgefahr durch künstliche Wasseranlagen und Flüsse, Teiche und Seen
Anlagen die Wasser führten und zum Spielen, Planschen und Entspannen gedacht sind, werden zunehmend populär. Ein -> aktueller Artikel im Eurosurveillance monthly beschäftigt sich mit den gesundheitlichen Risiken die von solchen Anlagen, aber auch von natürlichen Wasseransammlungen, wie Flüsse, Teiche und Bäche, ausgehen können.
Fäkalien von Tier und Mensch können Viren, Bakterien und Cryptosporidien enthalten, die Durchfallerkrankungen hervorrufen können. Darüber hinaus können sich Legionellen oder Pseudomonas aeruginosa in wasserführenden Anlagen vermehren und Erkrankungen hervorrufen.
Freitag, 28.04.2006
HIV Übertragung im Gefängnis
In US-amerikanischen Krimis wird braven (männlichen) Bürgern, die die Polizei zur Aussage zwingen will, gerne (von der Polizei) damit gedroht, dass Ihnen im Gefängnis drohe, von starken Kerlen vergewaltigt zu werden. -> Ein Artikel in der letzten Ausgabe des MMWR der amerikanischen Gesundheitsbehörde (CDC) beschäftigt sich zwar nicht mit Vergewaltigung von Männern durch Männer im Gefängnis, aber doch mit der Übertragung von HIV im Gefängnis.
Montag, 24.04.2006
Über den Sinn des Abkochens von Rohmilch
Tatsache ist natürlich, dass gesunde Lebensmittel in Kindergärten und Schulen mittlerweile ein beliebtes Thema sind. Gut so. Aus eigener Erfahrung als Vater eines Grundschüler weiß ich allerdings auch, dass manche der vermittelten Informationen hart am Rande der Wahrheit sind ! Im aktuellen Epidemiologischen Bulletin wird über -> das Geschehen an einer Grundschule berichtet. Eine Klasse der Schule hatte eine Exkursion zu einem Bauernhof unternommen und die Schüler hatten vom Bauern nicht abgekochte Rohmild angeboten bekommen. Fünf Tage später waren 15 der 24 Schüler erkrankt. Noch einmal zwei Tage später fehlten 18 der 24 Kinder ?wegen (teils blutigen) Durchfällen, Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen?. Ursache der Erkrankungen waren Infektionen mit Campylobacter jejuni. C. jejuni ruft schwere Durchfallerkrankungen hervor. Die Keime der Gattung Campylobacter sind bei Geflügel und anderen Nutztieren weit verbreitet und können schon in relativ geringen Mengen Erkrankungen hervorrufen. Sie verursachen mittlerweile deutlich mehr Erkrankungsfälle in Deutschland als Salmonellen.
Donnerstag, 06.04.2006
Globales Konzept gegen die Gefahr einer Vogelgrippepandemie.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich Gedanken gemacht, wie das Risiko einer Pandemie mit Vogelgrippeviren reduziert werden kann. Eine Zusammenfassung der Überlegungen ist im -> aktuellen Eurosurveillance weekly zu lesen.
Grundlage der Überlegungen war eine Modellabschätzung nach der, zumindest in ländlichen Regionen, ein konsequenter Einsatz von antiviralen Medikamenten zusammen mit der frühzeitigen Isolierung von Infizierten und Reisebeschränkungen in und aus den Gebieten, eine Ausbreitung der Erkrankung aus einer kleineren Region heraus verhindert werden können. Einen zusätzlichen Nutzen hätte ein passender Impfstoffe ? alles wie gesagt Überlegungen aufgrund von Computermodellen. Deshalb hat die WHO auch größere Mengen Medikamente gelagert, die sie dann bedürftigen Regionen zur Verfügung stellen kann.
Dienstag, 04.04.2006
MRSA: Übertragungen auf der Neugeborenenstation
Über -> MRSA (Methicillin resistenter Staphylococcus aureus) haben wir hier schon geschrieben. Auch die Außerhalb des Krankenhauses anzutreffende und schwierig zu diagnostizierende Variante des CA-MRSA haben -> wir schon erwähnt. Im aktuellen MMWR Report der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC ist ein Bericht -> über zwei Ausbrüche mit CA-MRSA auf Neugeborenenstationen in den USA.
Freitag, 31.03.2006
Wasserhygiene
Ab und zu gibt es doch positive Zeichen, dass gemeinsame Anstrengungen in bessere Hygiene auch in den ultraarmen Ländern etwas bringt.
-> In der Süddeutschen ist ein kleiner Bericht über den Medinawurm ( Dracunculus medinensis ). Dieser nistet sich dauerhaft im Unterhautgewebe von Menschen ein und entlässt bei Kontakt mit Wasser große Mengen Larven ins Wasser. Diese infizieren Krebse, reifen dort aus, gelangen wieder ins Wasser und können andere Menschen infizieren (-> siehe auch hier ? mit Bildern). Noch in den 80er Jahren des 20.Jahrhunderts gab es Millionen von Infizierte weltweit (Afrika, Asien). Eine Behandlung dieser Infektion war und ist nicht möglich. Jetzt gehen wir auf 10.000 Fälle zu und die WHO ist der Hoffnung die Erkrankung entgültig zu eliminieren.